Herr Wichmann von der CDU

FilmBuch

Bundestagswahlkampf in Brandenburg 2002. Henryk Wichmann, Direktkandidat im Wahlkreis Uckermark/Oberbarnim, ist im Wahlkampfstress. Der damals 25-Jährige ist einer jener Kandidaten, die antreten, obwohl sie eigentlich wissen, dass die Chance auf einen Einzug in den Bundestag mehr als gering ist. Er gehört zu jenen Jungpolitikern, die vor der Wahl viel Zeit und Geld in ihren Wahlkampf investieren und dann, kaum, dass das Wahlergebnis bekannt geworden ist, wieder in Vergessenheit geraten. Wenigstens bis zur nächsten Wahl.

Der Regisseur Andreas Dresen hat dafür gesorgt, dass das zumindest bei diesem Wahlkampf nicht passiert ist. Mit seinem Kameramann begleitete er den Jurastudenten den gesamten Wahlkampf lang durch seinen Wahlkreis. Dabei herausgekommen ist ein 78-minütiger Dokumentarfilm. Ein ganz besonderer Dokumentarfilm, denn es gibt keinerlei Kommentare zu dem Geschehen. Wenn jemand spricht, dann ist das Henryk Wichmann – mit potenziellen Wählern, Angela Merkel oder seiner Verlobten.

“Wir haben uns anfangs Gedanken gemacht, ob es nicht etwas langweilig wird, immer wieder Henryks Infostände zu zeigen”, sagte Regisseur Dresen in einem Interview. Aber irgendwann hat er gemerkt, dass genau diese Szenen es sind, die den Film ausmachen. Denn das Team filmt Wichmann täglich am Infostand, weil er dort Tag für Tag steht und um Wählerstimmen wirbt. Genau so sieht sein Wahlkampf aus. Täglich spricht der junge CDUler dort mit den Menschen, wird kritisiert und gelobt. Meist erntet er Kritik und obwohl er weiß, dass sein Gegenkandidat von der SPD sein Mandat schon so gut wie in der Tasche hat, steht er am nächsten Tag wieder da.

Herr Wichmann von der CDU ist ein wirklich sehenswerter Film für jeden, der schon mal die Menschen am Wahlinfostand kritisiert oder mit ihren Flyern in der Hand stehen gelassen hat. Aber auch für alle die, die sich noch gar kein Bild davon machen konnten, wie Wahlkampf in der Praxis funktioniert. Und jeder, der tatsächlich auch häufiger um Wählerstimmen wirbt, wird sich den Film ansehen und denken: Ja, genauso läuft das bei uns auch so oft. Und was gibt es Motivierenders, als zu sehen, dass man nicht allein ist?

4

4 von 5 Sternen

Herr Wichmann von der CDU

Dokumentarfilm, erschienen 2003, FSK: 0, 78 Minuten

Der Trailer zum Film

 

 

Pressestimmen zum Film:

“Eine grandios komische und hintersinnige Dokumentation deutscher Realität”
TV Today

“Andreas Dresen geht auch mit seinem neuen Film wieder dahin, wo es weh tut”Jump Cut

“Ein filmischer Glücksfall!”TZ München

“Eine wundervolle Dokumentation, entlarvend, witzig und traurig zugleich”Saarbrücker Zeitung

“Ein grandioser Blick auf deutsche Befindlichkeiten und die Ochsentour einer Politikerkarriere.” Neue Osnabrücker Zeitung

“Eine tragikomische und phänomenale Dokumentation!”Player, Leipzig

“Mit ‘Herr Wichmann von der CDU’ kommt Andreas Dresen dem politischen Leben so nahe, wie es einem Film nur möglich ist.”Kölner Stadtanzeiger

 

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