Europa wählt – aber wie?

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In diesem Jahr findet die Europawahl statt. Dann haben alle wahlberechtigten Europäer die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Die Wahl erstreckt sich über mehrere Tage. In Großbritannien und den Niederlanden wird bereits am 22. Mai gewählt. In Deutschland ist es dann am 25. Mai soweit.

Aber wen wähle ich mit meinem Kreuz auf dem EU-Wahlzettel denn überhaupt?

Seit 1976 werden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Brüssel durch direkte Wahl bestimmt. Deutschland stellt 96 von insgesamt 751 der Abgeordneten des EU-Parlaments. Diese werden im Mai gewählt. Die neuen Abgeordneten sitzen dann für fünf Jahre im Europäischen Parlament.

Welches Wahlsystem gibt es?

Das Wahlsystem unterscheidet sich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat. Ab dieser Europa-Wahl muss aber in jedem Land das Verhältniswahlrecht angewendet werden, das heißt, es werden Listen einzelner Parteien und Vereinigungen gewählt und nicht direkt die Kandidaten. In Deutschland ist ab 2014 außerdem die sogenannte Sperrklausel und damit die 3%-Hürde abgeschafft. Somit dürfen auch Parteien, die bei der Wahl weniger als 3% der Wählerstimmen erreichen, Abgeordnete ins EU-Parlament entsenden. Dies bietet vor allem für kleine Parteien eine gute Chance auf Sitze im Parlament. Bei 96 deutschen Abgeordneten braucht man folglich nur knapp 1% der Stimmen, um einen Sitz zu erringen.

Wie wähle ich?

Jeder Wähler kann genau eine Partei bzw. Vereinigung wählen. Man hat nämlich nur eine Stimme. Umso mehr Stimmen eine Liste bekommt, umso mehr Sitze erhält diese Partei im Europäischen Parlament. Die Reihenfolge der Kandidaten bleibt dabei bestehen und kann nicht durch den Wähler beeinflusst werden, wie es beispielsweise oft bei Kommunalwahlen der Fall ist.

Wie werden die Kandidaten aufgestellt?

Die Reihenfolge der Kandidaten auf den Listen entscheiden die jeweiligen Parteien und Wählervereinigungen.

Wer wählt?

In Deutschland sind alle Bürger, die am Wahltag auch das Bundestagswahlrecht besitzen, für die EU-Wahl wahlberechtigt.

Wer wählt den Kommissionspräsidenten?

Die Abgeordneten des EU-Parlaments wählen den Kommissionspräsidenten. Dieser muss allerdings formal vom Europäischen Rat vorgeschlagen worden sein. Der Rat hat bei seinem Vorschlag allerdings das Ergebnis der Parlamentswahl zu berücksichtigen, das heißt, bei der Wahl am 25. Mai werden auch die Weichen für den künftigen Kommissionspräsidenten gestellt.

Wer kandidiert für das Amt des Kommissionspräsidenten?

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal Spitzenkandidaten aller europäischen Großparteien. Es kandidieren Jean-Claude Juncker (Christdemokraten), Martin Schulz (Sozialdemokraten), Guy Verhofstadt (Liberale), Ska Keller und José Bové (Grüne), Alexis Tsipras (Linke), Peter Sunde und Amelia Andersdotter (Piraten). Bilder der Spitzenkandidaten findet ihr in der Galerie am Ende des Beitrags.

Wen soll ich wählen?

Das können wir dir natürlich nicht sagen – schließlich hängt das von deinen individuellen Präferenzen ab. Aber der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung kann dir vielleicht bei deiner Entscheidung behilflich sein. Einfach hier ausprobieren: Wahl-O-Mat.

Wie geht die Wahl aus?

Das wissen wir auch nicht – aber ihr könnt euch gern auf der Seite des Europäischen Parlaments die aktuelle Prognose zur Sitzverteilung anschauen: Sitzverteilungsprognose.

Galerie: Die Spitzenkandidaten der Parteien

Jean-Claude Juncker
Photo: European People's Party (unverändert)
Martin Schulz
Photo: © Susie Knoll
Guy Verhofstadt
Photo: Alberto Novi (unverändert)
Ska Keller
Photo: European Green Party
José Bové
Photo: Philippe Rouget (unverändert)
Alexis Tsipras
Photo: GUE/NGL (unverändert)
Peter Sunde
Photo: SHARE Conference (unverändert)
Amelia Andersdotter
Photo: DE GRÖNA / EUROPEISKA FRIA ALLIANSEN (unverändert)

Bildlizenzen:

 



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